Mittwoch, 1. Februar 2017

Road to ..."Dr." #1: Interviews gestartet

Hallo zusammen,

eigentlich sollte dieser Blogpost bereits im Januar erscheinen, nun leider mit knapper Verspätung von ca. 9 Stunden, aber gut - ich hoffe ihr verzeiht dies noch einmal ;) Keine Angst, ein inhaltlicher Post kommt in den nächsten Tagen auch noch.

Wie schon im letzten Jahr angekündigt, wird es neben den eigentlichen praktisch-orientierten Fundraising-Ideen, sowie der Artikelserie "Behind the scenes" ab sofort auch Beiträge über meine Doktorarbeit geben. Ich habe mich dazu entschlossen, da die Doktorarbeit natürlich einen Großteil meiner freien Zeit in Anspruch nimmt, ich selbst sehr gerne andere Blogs zum Thema Doktorarbeit lese und ich glaube, dass aufgrund der inhaltlichen Nähe zum Fundraising viele Aspekte für Euch sehr spannend werden. Gerade aufgrund der Überschneidung habe ich mich auch zunächst dagegen entschlossen, einen separaten Blog zur Doktorarbeit zu machen, sondern binde dies hier ein. Außerdem liegt ja über ein Jahr der Reise schon hinter mir, sodass ich darauf nur eingehe, an Stellen an denen es auch für Fundraising Solutions / Fundraising im Sport interessant ist. Ihr könnt ja am Ende mal Feedback geben, wie ihr dies findet oder wie ihr das Format lieber hättet.

Soviel schon mal vorab: Ich freue mich sehr über Feedback dazu, solltet ihr dies gut finden - oder eben auch, wenn ihr diese Artikelserie nicht haben wollt oder Anmerkungen habt.

Nun aber los:
Nachdem das erste Jahr der Doktorarbeit vor allem dadurch gekennzeichnet war, Literatur zum Thema Crowdfunding, Fan-Loyalität sowie Fan-Anleihen zu sichten um mir unter dem Arbeitstitel "The financial implications of crowdfunding by German association football clubs" ein grobes Bild zu verschaffen, konnte ich nun im Januar endlich mit der Datenerhebung anfangen. Obwohl letztendlich eine große quantitative Umfrage zu den Hauptergebnissen leiten soll, führe ich aktuell Experteninterviews mit Fans und Club-Managern durch, um deren Haltung zum Crowdfunding im Fußball herauszufinden. Trotz der vielen Arbeit, die Interviews verursachen (gerade im Nachgang - die Wissenschaftler unter Euch wissen was ich meine, ich sage nur Transkripts), waren die ersten Eindrücke bereits sehr spannend. Zwischen den Ligen ist ein großes Gefälle, auch hinsichtlich finanzieller Einschätzungen und dem Professionalisierungsgrad - also nicht nur im sportlichen Bereich. Während die unteren Ligen mit den 2,5 Millionen Euro, die laut Kleinanlegerschutzgesetz ohne Prospektpflicht über Crowdfunding erzielt werden können, mega glücklich wären, ist dies für die 1. Bundesliga eine Summe, die bilanziell keine Rolle spielt und die den Aufwand einer Kampagne nur im bedingten Maße rechtfertigen würde. Des Weiteren merkt man auch, dass Crowdfunding zwar allen in gewisser Weise geläufig ist, aber die konkreten Prozesse dahinter, Limitationen sowie Gestaltungsmöglichkeiten etc. sind nur teilweise bekannt.

Bereits die ersten Interviews haben mir viele Eindrücke und interessante Gespräche ermöglicht und ich freue mich sehr auf die weiteren Gelegenheiten. Gerade in der Sportbranche sind diese Netzwerke, die sich im Zuge der Kontaktaufnahme ergeben, ein großes Geschenk und ich freue mich auf die vielen weiteren Interviews und Ideen, die dadurch zustande kommen. Mindestens 10 weitere Club-Interviews sowie 10-15 Interviews mit Fans sind noch geplant.

Mit dem Start der Interview beginnt bei der Doktorarbeit eine neue Phase und ich bin mir jetzt schon ziemlich sicher, dass das Jahr 2017 ein sehr spannendes wird, wenn ich an die vielen empirischen Daten denke, die ich in den nächsten Monaten erheben und auswerten darf. Es werden stets neue Fragen aufgeworfen und man bekommt neue Gedanken, die sich gar nicht alle in diesem Rahmen umsetzen lassen. Also Futter für weitere Forschungen, Analysen und Veröffentlichungen habe ich jetzt schon mal fleißig gesammelt.

Im Rahmen dieser Artikelserie "Road to..."Dr." werde ich sicherlich auch immer mal wieder um Eure Meinung bitten oder Gedanken zu den Interviews und Ergebnissen hier veröffentlichen. Seid also gespannt und beteiligt Euch rege an den Diskussionen. Ich freue mich auf dieses neue Format, und hoffe ihr habt daran genauso viel Spaß wie ich.

Viele Grüße
Maria

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Fundraising - sich selbst der Nächste sein?

Liebe Leser,

für den Dezember Post habe ich mir einmal kein klassisches Weihnachts-Thema ausgesucht, schließlich werden wir ja aktuell bombardiert mit Adventskalender in jeglicher Art und Weise, Weihnachtspost mit Spendenaufrufen, Jahresrückblicken und so weiter ... dennoch im weitesten Sinne hat mein heutiger Post dennoch mit der Adventszeit zu tun und er ist auf jeden Fall diskussionswürdig. Ich freue mich also schon jetzt auf die Kommentare.

Traditionell ist der Dezember der wichtigste Monat im Fundraising, denn viele wollen in der Zeit vor Weihnachten auch anderen, denen es nicht so gut geht, etwas Gutes tun. Soweit der emotionale Hintergrund. Außerdem will man vielleicht auch nochmal spenden, um es im nächsten Jahr etwas von der Steuer absetzen zu können. Das wäre die rationale Sichtweise, auch wenn darüber eigentlich kaum jemand spricht. Wie dem auch sei, im Dezember wird also viel gespendet. Fundraiser, Vorstandsmitglieder, sämtliche Ehrenamtliche ziehen los um noch einmal Geld in die Kassen zu spülen. Aber bei wem geht Fundraising eigentlich los? Was ist mit uns selbst? Spenden wir, die die anderen danach fragen eigentlich auch für unsere Organisation?

Bildquelle: http://utilitarismus.info/utilitarismus-egoismus/

Jetzt kann man natürlich sagen: "Also ehrlich, Maria, ich bringe das ganze Jahr meine Zeit ein, um diesen Verein am Leben zu halten und jetzt kommst du an, und sagst, ich soll auch noch was spenden?" Nein, das sage ich nicht. Aber ich sage, man sollte einmal darüber nachdenken und zwar nicht "muss ich eigentlich auch was spenden" - das ist der vollkommen falsche Ansatz, die Frage muss viel eher lauten: "Will ich etwas für meine Organisation spenden?" Bin ich von der Mission, der Arbeit, die gemacht wird (respektive also auch von meiner Arbeit) überzeugt? Leistet diese Arbeit einen Mehrwert?

Für mich selbst ist klar, dass wenn diese Fragen mit "ja" beantwortet werden können, eigentlich nichts dagegen spricht, wenn man auch eine kleine Spende von sich aus an die eigene Organisation leistet. Ich frage mich häufig bei Organisationen mit verschiedenen Gremien wie Beirat, Kuratorium, Vorstand etc. warum so wenig "eigene" Spenden eingehen? Vertrauen die Repräsentanten den eigenen Worten und Taten nicht? In den USA beispielsweise wird Kuratoren zum Teil vorgeschrieben, wie viel Geld sie selbst und ihr Netzwerk in die Organisation einzubringen haben. In Deutschland habe ich teilweise das Gefühl, dass dies ein Tabu-Thema ist, keiner möchte darüber reden. Aber sind wir einmal ehrlich, sind diese 50 Euro wirklich zu viel verlangt? Wenn man selbst die eigenen Kampagnen nicht gut findet, wie sollen andere diese dann wirklich gut finden?

Ich verstehe natürlich auch die Gegenargumente. Zeit und ehrenamtliche Arbeit sind um ein vielfaches höher einzuschätzen als Geld, und natürlich sind Zeitspenden für jeden Verein ein absolutes Geschenk! Das will ich auch gar nicht in Frage stellen. Jeder hat seine eigenen Gründen für die Spendenentscheidung oder dagegen. Ich selbst verfolge allerdings generell den Ansatz: bei sich selbst anfangen - und das gilt zumindest für mich auch für das Fundraising. Man muss ja nicht gleich zum Großspender werden. Natürlich kann es auch mal sein, dass man aus bestimmten Gründen in einem Jahr auch mal an eine andere Organisation spendet (Katastrophenhilfe, Spontanität, persönliche Beziehung,...), aber dennoch kann einem auch der eigene Verein so viel Wert sein, dass man einmal bei sich anfängt.

Was meint ihr? Liege ich vollkommen falsch oder seht ihr es vielleicht ähnlich wie ich? Wie geht man mit dem Thema um? Aktiv im Vorstand ansprechen oder lieber für sich behalten?


Viele Grüße und schon jetzt einmal einen schönen besinnlichen 4. Advent, ein ruhiges Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!


Eure Maria



Samstag, 19. November 2016

Gastbeitrag auf Sozialmarketing.de

Hallo liebe Leser,

auf dem Fundraising-Kongress dieses Jahr hatte ich ja schon einmal die Möglichkeit mit einigen sehr geschätzten Fundraising-Kollegen zusammenzuarbeiten, damals für den Podcast Fundraising Radio von Maik Meid und habe dazu hier berichtet.

Nun hatte ich die Ehre auch auf www.sozialmarketing.de einen Gastbeitrag zu veröffentlichen und freue mich sehr über den folgenden Beitrag, der eben pünktlich zur Bundesliga-Konferenz am Samstag live gegangen ist.

Im Beitrag geht es darum, dass man Spender eher als Fans betrachten sollte und was man als Nonprofit-Organisation also vom Sport lernen kann. Lest gerne selbst!

http://sozialmarketing.de/spender-zu-fans-machen/


Der Beitrag "Spender zu Fans machen" ist zuerst auf Sozialmarketing.de veröffentlicht wurden.

Viel Spaß,

liebe Grüße
Maria

Freitag, 11. November 2016

Amazon: Gut oder böse?

Hallo,

es ist noch gar nicht lange her, da habe ich mich erst über Amazon geärgert. Grund: über Gooding.de konnte man bei Amazon Einkäufen nicht mehr seine Lieblings-Organisation unterstützen. Ich fand es eine Frechheit, dass ein riesiger Konzern wie Amazon sein soziales Engagement zurück zieht...nicht zuletzt weil ich gerade mit anderen Kolleg/innen geplant hatte, wie man die Weihnachtszeit intensiv dafür nutzen könnte, Unterstützer der Organisation nochmal auf die Plattform Gooding aufmerksam zu machen - gerade weil ja ein Großteil der Geschenke heutzutage über Amazon gekauft wird.

Erst wollte ich über diesen Ärger einen Post schreiben, bin aber (noch) nicht dazu gekommen. Heute nun weiß ich - bzw. habe ich eine starke Vermutung - warum Amazon sein Engagement auf allgemeinen Einkaufsplattformen zurückgezogen hat. Sie haben eine eigene: AmazonSmile


Laut Spiegel-Bericht soll AmazonSmile nun auch nach Deutschland und Österreich kommen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/amazon-steigt-ins-spenden-business-ein-a-1120772.html

Der Service ist über die Seite: http://smile.amazon.de/ erreichbar und wie bei Gooding auch, muss man mit dem Einkauf auf dieser Seite beginnen, bevor man seine Shopping-Tour bei Amazon direkt startet. Laut Unternehmen werden mit jedem qualifizierten Einkauf 0,5 % des Kaufpreises an eine soziale Organisation der Wahl überwiesen.

Schon einige große Non-Profits wie das Deutsche Rote Kreuz, Malteser, WWF und die Arche sind registriert. Unter folgenden Link erhalten Organisationen Informationen, was sie tun müssen, um sich bei AmazonSmile zu registrieren - auch Teilnahmebedingungen etc. sind unter dieser Seite zu finden. Etwas kritisch finde ich dabei, dass Amazon eine Kopie eines Kontoauszugs benötigt, um die Bankverbindungen zu bestätigen. Das geht sicherlich auch anders, wenn man wollte.
https://org.amazon.de/ref=smi_se_saas_org_org

So...und wer beantwortet mir nun die Frage: Amazon - gut oder böse?

Viele Grüße
Maria

Montag, 31. Oktober 2016

Behind the scenes #1: Fundraising Solutions

Liebe Leser/-innen,

heute soll es erst einmal nur ein ganz kurzes Update im Blog geben, ein ausführlicher inhaltlicher Beitrag folgt im November. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass ich mich im Oktober ein bisschen ausführlicher mit der Administration des Blogs beschäftigt habe. Dem ein oder anderen ist das neue Layout ggf. aufgefallen. Diesbezüglich freue ich mich sehr gern über Feedback und bin gespannt ob es Euch gefällt! Also lasst einen Kommentar da.

Außerdem habe ich die URL des Blogs geändert, dieser ist nun unter "Fundraising Solutions" zu finden. Vielleicht mag der ein oder andere sich fragen, was dies soll. Hier eine erste kurze Erklärung: Ich habe mich entschlossen meine Fundraising-Aktivitäten zu professionalisieren und deshalb gibt es den Blog nun unter einen eigenständigen URL. Der Name Fundraising Solutions wird sich auch in meiner weiteren Tätigkeit niederschlagen. Beispielsweise würde ich mich freuen, Sportvereinen und Verbänden mit meinem KnowHow zur Seite zu stehen, wenn es um Fundraising-Projekte geht. Entstanden ist die Idee aus meiner Erfahrung heraus mit einigen Organisationen in den letzten Monaten, die mich proaktiv um Rat gefragt haben und mit denen ich seitdem einen intensiven Austausch pflege. Ja, mehr als das, zum Teil bin ich selbst im Fundraising der einzelnen Organisationen aktiv. Dazu werde ich sicherlich hier dann auch ausführlicher berichten, soviel vorab: nicht nur die URL ist neu, sondern dahinter stecken viele Ideen, deren Umsetzung ich aktuell beginne und ich freue mich sehr, wenn ihr mich auf diesem Weg begleitet.

Also seid gespannt... das nächste Update folgt. All diese Themen und Infos, die nicht direkt mit dem Inhalt des Blogs (Fundraising im Sport) zu tun haben, werde ich ab sofort unter der Rubrik "Behind the scenes" veröffentlichen, zusätzlich sind weitere Kategorien zum Beispiel zu meiner Promotion geplant.

Ich freue mich auf das was kommt und blicke gespannt in die Zukunft.

Liebe Grüße
Maria

Mittwoch, 28. September 2016

Ist denn schon Weihnachten?

 H.I.L.F.E!

Wahrscheinlich ist es den meisten von Euch irgendwann in den letzten 2 Wochen ähnlich ergangen wie mir. Man geht in kurzer Hose und T-Shirt in den Supermarkt und stolpert beinahe über den neuen Aufsteller mit Spekulatius, Lebkuchen und Plätzchen.  Ja, ist denn schon Weihnachten? Scheinbar schon!

Während wir beim Einkaufen darüber Schmunzeln oder verärgert sind, wenn im September die ersten Weihnachtsartikel in den Regalen stehen, fiel mir die Woche in einigen Gesprächen auf: im Fundraising ist man eigentlich schon zu spät, wenn man jetzt noch keine Idee für die „letzte Kampagne des Jahres“ hat?

Wie sieht es bei Euch aus? Wollt ihr mit Eurem Verein etc. dieses Jahr vor Weihnachten noch einmal in die Offensive gehen? Wenn ja, habt ihr schon Ideen bzw. habt ihr die Umsetzung schon geplant? Falls ihr es vorhaben solltet, dann heißt es jetzt schnell sein und vorbereiten.

Hier mal einige Ideen von mir und die ich sicherlich in den Organisationen, in die ich aktuell eingebunden bin, umsetzen werde:

Einkaufsplattform bewerben:
Solltet ihr Gooding.de oder eine andere Einkaufsplattform nutzen, dann geht jetzt bzw. im Oktober und November nochmal in die Bewerbungsphase! Das Potential der Weihnachtsgeschenke, die online gekauft werden, solltet ihr nutzen! Also ab geht’s und über Facebook, Gespräche, Flyer, ... nochmal Eure Einkaufsplattform bewerben.

Adventskalender:
Solltet ihr online gut aufgestellt sein – sei es mit Website, Social Media o.Ä. – dann kann man auch darüber nachdenken, einen Online-Adventskalender zu haben. Altruja beispielsweise bietet so einen Service an, bei dem man Gedichte o.Ä. mit integrierten Spendenformularen hinter jedem Türchen findet. Im Falle von Adventskalendern gibt es sicherlich auch noch ganz individuelle andere Ideen.

Spende statt Schenken oder Spenden schenken:
Ihr habt gute Unternehmenskooperationen und Sponsoren? Habt ihr mit Euren Sponsoren mal darüber gesprochen, wie diese das alljährliche Hin- und Herschenken organisieren? Will Euer Geschäftsführer oder Vorstand tatsächlich wieder 5 Flaschen Wein, 15 Weihnachtskarten und die ansonsten bekannten kleinen Präsente erhalten von Dienstleistern und Partnern? Versucht es doch einmal anders und bittet Euer Geschäftsnetzwerk anstelle von Geschenken lieber um Spenden. Ihr könnt diese auch fragen, ob sie selbst bereit wären auf Geschenke zu verzichten und ihrerseits ihre eigenen Partner ansprechen und um Spenden für Euch statt der üblichen Geschenke zu bitten. Ein gutes Beispiel gefällig - schaut doch mal auf der Website von Ärzte ohne Grenzen zu diesem Thema vorbei.

Mailing:
Viele Non-Profits planen vor Weihnachten nochmal ein Mailing. Inwieweit dies Sinn macht, hängt sicherlich stark von der eigenen Fundraising-Planung ab. Schön gemacht mit einer kleinen Beilage (z.B. Geschenke-Anhänger, Weihnachtskarte,...) kann dies sicherlich sehr wirksam sein. Meine Befürchtung wäre allerdings, dass kurz vor Weihnachten die Anzahl der Mailings im E-Mail Eingang oder Briefkosten die Spendenbereitschaft senken könnte. Wissenschaftlich belegt ist dies nicht, im Gegenteil. Im Dezember sind die Spendeneinnahmen um ein Vielfaches höher als sonst. Allerdings wäre für mich in einer kleinen Organisation mit begrenzten Ressourcen das Mailing nicht das erste Instrument in der Adventszeit.

Weihnachtsfeier:
Macht Euer Verein eine Weihnachtsfeier? Und nutzt ihr diese auch für Fundraising? Werden Spendenboxen aufgestellt oder laufen kleine Engelchen (z.B. die Mädels aus der Nachwuchsmannschaft) herum mit der Bitte um eine Spende für ihre Abteilung, Sportausrüstung oder andere Jugend-Projekte? Auch Testimonial-Ansprachen oder eine Auktion sind gern genutzte Instrumente auf einer Weihnachtsfeier. Hier ist der Kreativität an sich keine Grenze gesetzt und vieles denkbar.

Diese unvollständige Liste soll lediglich ein paar Gedankenanstöße geben – es gibt sicherlich noch vieles mehr was man als gemeinnützige Organsiation in der Vorweihnachts-Zeit machen kann, um Spenden einzuwerben.

Wichtig ist auch hier die Planung, strukturierte Durchführung und Nachbereitung. Sprich denkt an den Dank an jeden einzelnen Spender, erfasst die Spendendaten und evaluiert den Erfolg der einzelnen Maßnahmen!

Ich bin gespannt wie sich unsere Weihnachtsaktionen auswirken werden und würde mich freuen, von Euren Erfahrungen zu hören bzw. in den Kommentaren zu lesen.

Viele Grüße


Maria

Donnerstag, 25. August 2016

pro bono: kostenlos, aber nicht umsonst

Hallo zusammen,

wie schon bei Twitter angekündigt, möchte ich im heutigen Blogpost das Thema pro bono Leistungen als Fundraising-Tool aufgreifen. Einen allgemeineren Artikel hatte ich schon vor einiger Zeit mal dazu geschrieben - allerdings möchte ich heute nochmal darauf eingehen, wie man pro bono Leistungen erfolgreich in der eigenen Organisation einsetzen kann und worauf man dabei achten sollte. 

Der Begriff „pro bono“ ist eine Abkürzung des lateinischen Originals pro bono publico und bedeutet wörtlich „zum Wohle der Öffentlichkeit“ (dabei merke ich gerade wie lang doch mein Großes Latinum mittlerweile auch schon wieder zurück liegt... okay, aber zurück zum Thema). Laut einer Studie der amerikanischen Corporation for National and Community Service (2008) summieren sich pro-bono Dienstleistungen in den USA auf geschätzt 15 Milliarden US-Dollar! Formal würde man pro bono Leistungen wohl als Dienstleistungsspende bezeichnen ... oder einfacher gesagt, jemand erbringt eine kostenfreie Dienstleistung für die Organisation. Gerade mit der steigenden Komplexität der Anforderungen an Nonprofit-Organisationen sind Dienstleistungsspenden ein wichtiger Bestandteil der allgemeinen Fundraising-Strategie geworden – und sollten es auch sein!

Bildnachweis: 

Besonders Sportvereine, die auf aktive Mitglieder zurückgreifen können, sollten sich die Expertise und Engagement ihrer Vereinsbasis bewusst und zunutze machen.

Wie können pro bono Leistungen erfolgreich funktionieren?

1. Beide Seiten verhalten sich so als wäre es eine normale bezahlte Dienstleistung. 
Es ist ein Geben und Nehmen – sei es nur im immateriellen Bereich. Ich beispielsweise unterstütze verschiedene Organisationen beim Fundraising bzw. überlege mit ihnen zusammen wie man das Fundraising zukünftig aufbauen kann – im Gegenzug lerne ich bei diesen Engagements viel über den Alltag in den einzelnen Organisationen hinzu und kann dies für meine Doktorarbeit und spätere Karriere nutzen und Erfahrungen sammeln.

2. Pro bono Leistungen werden genauso systematisch angegangen wie andere Fundraising-Maßnahmen auch. 

Egal ob Geldspende oder Dienstleistung – beides braucht Systematik. Strategisches Fundraising hat Ziele (monetäre Ziele, Neuspender-Zahlen) – dazu gehören auch die pro bono Leistungen: was wird benötigt und in welcher Priorität? Wer kann diese erbringen? Welche Ressourcen hat man bereits und kann man anfragen? Wer hat in der Vergangenheit schon einmal geholfen und würde es ggf. wieder tun. Auch die Spender von Dienstleistungen sollten in der Datenbank erfasst werden – und für weitere Kommunikationsmaßnahmen berücksichtigt werden. Ein Dankschön ist Pflicht!

3. Pro bono stärker in den Fokus rücken. 

Noch immer erlebt man, dass pro bono Leistungen nur zögerlich angesprochen werden. Dabei sind Sie sehr wichtig! Es bedarf also einer transparenten, offenen Kommunikation darüber – auch die Unternehmen, die man sonst um Geldmittel bittet, kann man aktiv auf pro bono Leistungen ansprechen. Manchmal sogar viel besser! Haben diese vielleicht sowieso Dienstleistungen, die die Organisation benötigt? Welche Kooperationen im Bereich pro bono wären noch denkbar (vielleicht ja auch Programme mit der örtlichen Fachhochschule oder Schule)?

4. Im rechtlichen Rahmen agieren.  

 Pro bono Leistungen sind keine Schwarzarbeit! Sobald Geld dafür bezahlt (sei es auch in Form von Sponsoring, Medienwerten oder ähnlichen Gegenwerten) sind es keine kostenlosen Leistungen mehr und müssen steuerlich erfasst werden. Hier gilt es alle rechtliche Vorgaben einzuhalten. Idealerweise hat der Verein bzw. die Organisation seine Prozesse diesbezüglich in Good Governance Richtlinien festgehalten.



Aber es gibt auch eine Kehrseite: Ein Phänomen – besonders in Vereinen – ist, dass diese kostenlosen Dienstleistungen beinahe erwartet werden. Das Fitness-Mitglied, das bei einer Steuerkanzlei arbeitet, das kann doch mal kurzerhand die Steuererklärung machen. Oder der Mitarbeiter des lokalen Getränkemarktes, dessen Kind zum Kinderturnen des Vereins geht, der wird doch sicherlich für das nächste Vereinsfest den Kühlwagen besorgen können. Klassisch auch der ITler, der mal eben schnell das Netzwerk in der Geschäftsstelle richten kann, wenn wieder ein technisches Problem vorliegt.

Aber ist diese Haltung richtig?

Pro bono Leistungen sind wichtig und notwendig, um das Gemeinwohl zu fördern, die eigene (Vereins-)Tätigkeit aufrecht zu erhalten und die Kosten für Dienstleistungen in der Verwaltung vergleichsweise gering zu halten (denn wer will schon Spendengelder für Infrastruktur und Verwaltung einsetzen müssen). Im Rahmen der Möglichkeiten versuchen besonders engagierte und aktive Vereinsmitglieder auch diese zu erbringen – doch genauso wie bei anderen Fundraising Tools, ist ein wenig Systematik und eine Portion Empathie auch hier nötig.

Fundraising-Verantwortliche sollen pro bono Leistungen als wichtiges Fundament der eigenen Tätigkeit verstehen und diese auch aktiv anfragen. Das ist sicherlich essentiell für kleinere (und auch größere) Organisationen. Doch genauso wie bei der normalen Geldspende ist es auch hier zumindest nötig, dem Spender der Dienstleistung die verdiente Wertschätzung entgegenzubringen. Ein persönlicher Dank sollte das Mindeste sein. Ich bin sogar der Meinung, dass das Erbringen einer kostenlosen Leistung für die Organisation noch stärker zu würdigen ist als eine „einfache“ Geldspende. Die Expertise im Bereich Finanzen, Marketing, IT etc., die man über pro bono Leistungen in die eigene Organisation holen kann, sind immens und zum Teil nicht mit Geld zu bezahlen - Hier ist Kreativität gefragt wie man sich revanchieren kann ohne es gleich als Gegenleistung deklarieren zu wollen.   

Bei der Recherche zu diesem Artikel ist mir selbst erst einmal bewusst geworden, wie groß der pro bono Markt beispielsweise in den USA bereits ist - ihr könnt gewiss sein, dass ich dazu sicherlich nochmal einen weiteren Post schreiben werde. Wenn ihr also Fragen habt, dann her damit in den Kommentaren!

Wie halten Eure Organisationen es mit pro bono Leistungen? Sind sie ein wichtiger Bestandteil oder wird es häufig noch vernachlässigt, dieses Thema überhaupt anzusprechen?


Viele Grüße
Maria


Quellen:

BMW Stiftung:








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