Donnerstag, 11. Februar 2016

„Wenn die Gelegenheit grüßt, soll man ihr danken.“

Hallo liebe Leser/-innen, 

mit diesem Sprichwort aus Arabien möchte das Thema Anlassspenden einmal genauer betrachten. Warum? Ganz einfach – ich glaube, dass eine Anlassspende ein hervorragendes Fundraising-Instrument für Sportvereine oder ähnliche Organisationen ist, denn sie kann mit viel und wenig Aufwand, strukturiert oder „zufällig“ eingesetzt werden. Voraussetzung ist nur, dass man sich die Möglichkeit bewusstmacht und sie für seinen Verein in der passenden Gelegenheit einsetzt.

Kennt Ihr Leute, die auf die Frage „Was wünscht du dir?“ bei einer Geburtstagseinladung antworten: 
  • - „Ich freue mich wenn du kommst.“
  • - „Ach ich habe keine besonderen Wünsche...ein Gutschein, Geld...“
  • - „Nichts.“
  • - „Überlege dir was Schönes.“
  • - Oder einfach gar nicht antworten.... 

Ich glaube jeder hat sich schon einmal erlebt. Ist diese Person vielleicht Mitglied in Eurem Verein oder sogar ehrenamtlich tätig? Dann ist dies genau der Moment in dem man eine Anlassspende ansprechen sollte.

Was ist eine Anlassspende?
Eine Anlassspende wird von einer Person zu einem bestimmten Anlass gesammelt. Als Anlässe in Frage kommen beispielsweise Geburtstag, Hochzeit, Firmenjubiläum oder auch traurige Anlässe wie eine Beerdigung. Auch die jährlichen Weihnachtspräsente können durch Anlassspenden ideal ersetzt werden. Ist es nicht sinnvoller Geschäftskontakte zu bitten, auf die Flasche Wein im Weihnachtspaket zu verzichten, sondern anstelle dessen 20 Euro an das Jugendprojekt im Verein zu spenden? Warum wird es dann von so wenigen Vereinsvorständen tatsächlich genutzt?

Als Vereinsvertreter/-in hat man die Option entweder aktiv im Rahmen des Fundraising auf Anlassspenden einzugehen und diese zu bewerben oder was vermutlich häufiger der Fall sein wird im Vereinsumfeld, bei der passenden Gelegenheit Vereinsmitglieder darauf anzusprechen. Besonders engagierte Personen, die ggf. noch Ehrenmitglied sind und sich lange ehrenamtlich engagiert haben, stehen diesem Thema oftmals offener gegenüber als man denkt. Aber dazu muss es angesprochen werden. 

Als Verein hat man außer den finanziellen Zuwendungen außerdem den Effekt, dass man auf sich aufmerksam macht, sprich dass ggf. Personen, die vorher noch nichts von der eigenen Aktivität gehört haben, sich auf einmal mit dem Verein beschäftigen müssen, weil sie von einer ihr vertrauten Person darum gebeten wurden. Dies sollte man nicht vernachlässigen und ebenfalls bedenken, wenn man mit Personen über Anlassspenden spricht. So kann man Flyer mitgegeben, die die Person an ihre Gäste mit der Geburtseinladung verteilen kann oder ähnliches. Beim Thema Anlassspenden sind möglicherweise der Vorstandsvorsitzender oder Präsident auch gefragt, einmal bei seinem Jubiläum mit gutem Beispiel voranzugehen. 

Hier sei der Hinweis erlaubt, dass dieses Instrument auch wirklich für die Vereine möglich ist, die kein systematisches Fundraising haben. Es wird trotzdem funktionieren, je häufiger man es anspricht. Denn jede Anlassspende ist in vielen Vereinen bereits ein Mehrwert. 

Natürlich kann man Anlassspenden auch systematisch im Rahmen der eigenen Fundraising-Aktivitäten angehen, sollte man sogar wenn es die Ressourcen ermöglichen. Dazu muss man Anlassspenden in die eigenen Prozesse integrieren, Material zur Verfügung stellen und entsprechend kommunizieren (z.B. auf der Mitgliederversammlung, im Vereinsmagazin oder auf der Webseite). Die Person, die mit der Pflege von Neuspendern und der Spender-Datenbank beauftragt ist, muss darauf vorbereitet sein und diese neuen Daten müssen verarbeitet und gezielt ausgewertet werden. Dazu sollte man sich im Vorfeld auch darüber Gedanken machen, welche Informationen man den Neuspendern mit dem Dank und der Spendenbescheinigung an die Hand geben will. Diese Liste kann noch weitergeführt werden, aber das soll nicht Thema des Posts sein. Dazu gibt es genügend Best Practice Fundraising Beiträge auf anderen Plattformen für Nonprofit-Organisationen. Sprecht mich gerne an, wenn es dazu gezielte Fragen gibt (z.B. Abwicklung von Sammelspenden, rechtliche Aspekte, gezielte Kommunikation von Anlassspenden, ...), dann gibt es dazu entweder einen separaten Post oder wir tauschen uns direkt einmal aus.  

Anlassspenden brauchen Geduld und oftmals fängt es mit einer Person an, die daran Interesse zeigt. Aber bleibt am Ball, es kann sich lohnen. Ich bin überzeugt davon, dass es wesentlich mehr Anlassspenden geben würde, wenn dies von Vereinen und ihren Vertreter/-innen häufiger angesprochen werden würde. 

Ich hoffe ich konnte Euch etwas neugierig machen – und freue mich auf Rückmeldung, ob Anlassspenden bei Euch schon relevant sind oder ob dies einen neuen Impuls darstellt? 

Liebe Grüße
Maria


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