Freitag, 29. April 2016

Recap DFK2016 – Tag 2 und 3

Hallo miteinander,

mein Rückblick auf den 2. und 3. Tag des Deutschen Fundraising Kongresses bekommt ihr jetzt in geballter Form.

Übrigens: wer das ganze lieber hören will als lesen, dem empfehle ich den Podcast von Maik Meid. Dort gibt es auch täglich interessante Einblicke in den Kongress, vom Mittwoch auch mit einer kleinen Gastrolle von mir...aber hört am besten selbst! Ich finde den Podcast von Maik und den Kollegen sehr gelungen.


Nun aber zum 2. und 3. Tag des DFK, bzw. erst noch einmal kurz zur Kongress-Eröffnung am Mittwochabend, über die ich noch nicht berichtet habe. Bei der Podiumsdiskussion ging es um die Fragestellung „Wer hilft Flüchtlingen besser – Freiwillige oder Profis?!“. Mein Eindruck von diesem Abend ist sehr gespalten. Zum einen glaube ich nicht wirklich, dass dies die richtige Frage war und da dies scheinbar nicht nur mir so ging, war das Fazit schnell klar: es braucht beides. Naja und so hatte man keine wirkliche Diskussion und das Gespräch verwässerte... schade eigentlich. Die Aussagen von dem Vertreter der Malteser zum Geburtenverhalten der (christlichen) Deutschen im Vergleich zu anderen Religionen, fand ich höchst fragwürdig und würde ich sogar als rassistisch bezeichnen. Dazu gibt es aber eine sehr gute Stellungnahme von einer anderen Kollegin, die ich Euch hier verlinke. An sich mag ich das Format von Podiumsdiskussionen, aber hier war es im Zusammenhang mit der Fragestellung leider aus meiner Sicht nicht perfekt gelungen.

Link Stellungnahme von Susanne Wohmann:

Weiter ging es am Donnerstag mit einer geballten Ladung Input durch die verschiedenen Seminare und Bigsessions. Los ging es mit der Keynote der Staatssekretärin Elke Ferner aus dem BMFSFJ – was, wie ich gelernt habe, neuerdings auch als „Engagement-Ministerium“ bezeichnet. Die Keynote von Frau Ferner war wie man es erwarten konnte, inhaltlich motivierend für mehr Engagement und mehr Zivilgesellschaft durch verbesserte Rahmenbedingungen, die die Politik setzen muss. Wenn ich an dieser Stelle auch ein bisschen meckern darf: war in Ordnung, aber mir hat hier die Begeisterung etwas gefehlt und Fragen konnte man ihr leider aufgrund des engen Terminkalenders nicht stellen. Rein vom Gefühl würde ich sagen, ist dies sicherlich heute bei Gregor Gysi ganz anders gewesen. Leider bin ich bei dieser Abschluss-Keynote nicht mehr vor Ort, aber die Sprüche auf Twitter sprechen diesbezüglich eigentlich für sich.

Was die Seminare angeht, hatte ich mir dann doch spontan recht viele herausgesucht: von Geschäftsmodellinvestionen im Fundraising, über Kaltakquise, Fundraising und Wissenschaft, Anträge bei Förderstiftungen bis hin zu „von Frust-Raising“ zum „Fun-Raising“. Gerade letzteres Seminar von Beate Haverkamp hätte ich mir auch sehr gut als Workshop vorstellen können. Mit Techniken aus dem AIKIDO über die WOOP-Methode und das Drama-Dreieck haben wir praktisch Ideen getestet, die zu mehr Gelassenheit in der täglichen Arbeit führen können. Das ein oder andere werde ich sicher einmal ausprobieren. Auch den Beitrag von Dr. Kai Fischer und Jörg Eisfeld-Reschke fand ich persönlich sehr gut, weil anhand von aktuellen Studien verschiedene Diskussionen zur Neuspenderakquise, Spendenverhalten etc. angeregt wurden und die Teilnehmer/-innen sich aktiv beteiligt haben. Für mich konnte ich aus diesem Seminar auch ein paar Studien mitnehmen, die ich im Rahmen meiner Promotion einmal genauer lesen werde.

Kurz eingehen möchte ich auch noch auf die Bigsessions. Die 1. davon fand Mittwochmittag vom Sozialmarketing statt. Das Format fand ich besonders spannend, weil 6 Experten aus dem Online-Fundraising innerhalb von 5 Minuten Trends kurz vorgestellt haben und die Zeit exakt einhalten mussten. Ideal (also nur als Gedankenanstoß) wäre es gewesen, wenn es im Anschluss daran auch noch Seminare zu den jeweiligen Kurzthemen gegeben hätte, damit man nach einem kurzen Teaser speziell seine Interessen nochmal vertiefen kann. Die 2. Bigsession von Tom Neukirchen und Paul Dalby behandelte Zukunftstrends des Fundraisings 2030. Interessant u.a. die Einschätzung von Experten, dass die großen Organisationen stark gewinnen werden und ggf. die kleinen, regionalen. Die mittleren Organisationen hingegen werden große Probleme bekommen und ggf. vom Markt verschwinden. Außerdem kommen wir an den Trends Digitalisierung, Big Data wohl nicht vorbei, aber sollten dabei immer bedenken, der Mensch mit seinen Sinnen und Werten steht nach wie vor im Mittelpunkt unserer Arbeit – und das wird auch so bleiben. Gott sei Dank.

Ein letztes Wort zur Gala. Ich werde dies an dieser Stelle nicht ausdehnen. Mir persönlich hat der Abend sehr gut gefallen, dies lag aber leider nicht am Programm der Galaveranstaltung, sondern an den netten Menschen an unserem Tisch (danke nochmal an das Team vom Sozialmarketing, dass ich bei Euch sitzen durfte). Wie schon im Vorfeld befürchtet, war es aus meiner Sicht sehr ungünstig, dass die Gewinner des Fundraising-Preises bereits feststanden. Die Spannung hat dadurch gefehlt. Die Laudatoren waren leider oftmals nicht die perfekten Redner, entweder war die Laudatio zu lang oder aber im 2. Fall unangemessen. Während das Lamm vor mir stand, wurde über die verschiedenen Ausübungsformen von Kindesmisshandlung gesprochen. Ich weiß aus meiner Arbeit im Kinder- und Jugendbereich wie wichtig dieses Thema ist, aber dann darf man nicht zeitgleich Essen servieren. Der Appetit war nämlich damit einem Großteil vergangen wie es schien. Band, Essen, Wein und Musik waren gut und wie schon gesagt, wir hatten viel Spaß an diesem Abend.

Abschließend nur ein kurzes Fazit: ich freue mich wieder beim DFK gewesen zu sein, es waren inhaltlich tolle Angebote, viele nette und interessante Gespräche und neue Kontakte. Auch habe ich recht viele Anregungen für meine Arbeit bei der Stiftung und an der FH bekommen und hoffe, diese in den nächsten Wochen aufarbeiten zu können.  

Ach so...eins noch zum Schluss, wirklich: Der Umzug des Fundraising Kongresses nächstes Jahr nach Kassel wurde auch immer mal wieder in den Pausen oder bei der Abendveranstaltung besprochen. Ich persönlich finde es logistisch natürlich besser, aber ich bin auch sehr gerne für den Kongress nach Berlin gefahren. Außerdem hat man dieses Jahr gesehen, dass man die Politik für unser Anliegen bewegen kann und dass man diese als Keynote Sprecher für den Kongress gewinnen konnte. Ob dies in Kassel auch gelingt? Ich lasse mich überraschen und freue mich auf den DFK2017.


Viele Grüße

Maria

1 Kommentar:

  1. Hallo Maria, vielen Dank für deinen Text und auch dafür, dass Du Dir die Zeit für den Podcast genommen hast.
    Beste Grüße und alles Gute,

    Maik

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