Donnerstag, 11. Mai 2017

Recap #dfk17 - Willkommen in Kassel!

Hallo,

wie letzte Woche schon angekündigt, gibt es nun nach und nach Input auf dem Blog vom Deutschen Fundraising Kongress 2017. Dieser Post ist zunächst einmal der allgemeine Recap, der eigentlich schon für Anfang der Woche geplant war, aber irgendwie war es dann über Nacht schon wieder Donnerstag.

In meinem letzten Beitrag habe ich ja bereits schon ein paar Punkte angesprochen. Zunächst einmal konnte ich aufgrund der kürzeren Entfernung nun am Mittwochmorgen anreisen. Und ein großes Lob an dieser Stelle an die Deutsche Bahn und den Kassler Nahverkehr, das hat super geklappt. Um 9 Uhr war ich bereits im Hotel, 50m entfernt vom Kongress-Palais. Übrigens...verglichen mit Berlin in den Vorjahren wirkte die Location allemal eindrucksvoller und pompöser. Inwieweit dies relevant ist, kann jeder für sich entscheiden. Aber schön war es allemal.


Auch von innen bietet das Kongress Palais so ziemlich alles, was das Fundraiser-Herz begehrt. Inwieweit die einzelnen Sponsoren mit ihren Ständen und vor allem der Bewegungsfreiheit zufrieden waren, mag ich an dieser Stelle nicht beurteilen. Etwas merkwürdig fand ich persönlich den abgesperrten Bereich im hinteren Teil, dieser große leere Raum mit Stühlen und Tischen hätte sich aus meiner Sicht (und der einiger Kollegen) gut für ein paar Sitzgelegenheiten während des Mittagessen angeboten (zumal die Stehtische diesbezüglich nicht wirklich ausreichten), aber das nur am Rande. Für mich als weibliche Teilnehmerin war das einzig negative an der Location, die Gefahr der Orientierungslosigkeit. Ich glaube bis zum letzten Tag habe ich im 1. Stock nicht verstanden, wo welcher Saal genau liegt und welcher Aufgang mich am schnellsten dorthin bringt, aber lassen wir das Thema beiseite und kommen zu den Inhalten. 

Nachdem ich ja am Vortag noch gegrübelt hatte, welchen Workshop ich besuchen sollte, habe ich mich für "Unterstützung durch Unternehmen -vom Bitten zum Bieten: CSR für NGOs" von Hugo W. Pettendrup (HP-FundConsult) entschieden und war im Nachhinein sehr zufrieden damit. Ein genauer Beitrag dazu folgt noch, soviel vorab zur Kernbotschaft: NGOs müssen sich auch gezielt überlegen, was außer Geld sie denn von Unternehmen noch bekommen können, und ist dies nicht teilweise sogar wertvoller? Dazu habe ich übrigens auch schon einmal einen Post zu pro bono Leistungen und einen allgemeinen Artikel geschrieben, in dem ich in Grundzügen erklärt habe, wie wichtig es ist, bei Unternehmenskooperationen über die finanziellen Möglichkeiten hinweg, kreativ zu sein. 

Nach dem Workshop habe ich mir den Nachmittag "frei" genommen, mich mit sehr guten Freunden in Kassel getroffen und mir die Highlights des Bergparks zeigen lassen. 



Auf dem #dfk17 ging es für mich also erst am Donnerstagmorgen weiter. Somit kann ich zur Podiumsdiskussion zum Thema "Emotionale Berichterstattung" auch kein Feedback geben. Was ich aber von den anderen Teilnehmer/-innen gehört habe, klang im Großen und Ganzen recht positiv. Dies ist den Veranstaltern also auf jeden Fall besser gelungen als im Vorjahr.

Die Eröffnungs-Keynote von Dr. Tillmann Bendikowski um das Thema Helfen hat mir persönlich gut gefallen. Dabei wurde die Kultur des Helfens einmal aus historischer Sicht betrachtet und nochmal ein Rückblick auf das "humanitäre Sommermärchen 2015" gewagt. Ein kurzer Exkurs in die Mitleidsdebatte (Nietzsche lässt grüßen) sowie die Übertragung der Geschichte des Barmherzigen Samariters in die heutige Zeit waren ebenfalls Teil dieses überraschend anders gestalten Beitrags. Dabei fand ich persönlich auch den Hinweis "auch Nicht-Christen helfen, Helfen ist kein christliches Phänomen" sehr interessant und wichtig, auch wenn dies eigentlich logischer Menschenverstand sein sollte. 

Danach beginnen die einzelnen Seminare. Etwas enttäuscht war ich von "Zahlungsmethoden der Zukunft". Diesbezüglich hatte ich mir etwas mehr erhofft. Sind doch NFC, Apple Pay, paydirekt und Co. schon lange Gegenwart oder zumindest sehr nah an der Umsetzung und somit weit weg von einem Zukunftstrend. Die angerissene Thematik Blockchain hingegen hätte ich sehr gerne vertieft. Das wäre interessant gewesen, denn damit lassen sich zukünftig Prozesse zwischen Spender und NGO ganz anders abbilden. So meine unfundierte Hypothese.

Ein neues Format "Germany's Next Fundraising Trends by Sozialmarketing.de" hat den #dfk17 im Sturm erobert. Unterhaltsam mit kurzen informativen Fundraising-Trends, vorgetragen von sympathischen Kolleg/-innen. Ich bin gespannt, was sich das Team rund um Sozialmarketing.de im nächsten Jahr einfallen lässt. Team Weiß hat übrigens nur gewonnen, weil Nico von Altruja mit seinem Beitrag das Publikum begeistert hat. Davon bin ich fest überzeugt. 

"Neues aus der Fundraising-Forschung" von Jörg Eisfeld-Reschke und Kai Fischer gab es bereits zum 3. Mal als Seminar beim DFK. Und ich muss sagen, ich habe alle drei davon besucht und fand es nach wie vor spannend. Dies mag nun darin liegen, dass ich selbst in der Wissenschaft arbeite, aber generell haben die vorgestellten Studien auf jeden Fall Relevanz und das Format des Workshops regt zum Diskutieren an. Den Hinweis, dass in Deutschland weiterhin empirische Daten zum Fundraising fehlen, habe ich wohlwollend zur Kenntnis genommen. Bleibt doch so noch genug Spielraum für meine wissenschaftlichen Tätigkeiten nach der Doktorarbeit.

Am Donnerstagabend fand traditionell die Gala mit der Verleihung des Deutschen Fundraising-Preises statt. Emotional bewegt und hängen geblieben von den Preisträgern ist bei mir vor allem der Preis für "herausragendes persönliches Engagement", der posthum an Jonathan (Johnny) Heimes verliehen wurde. Seine Kampagne DU MUSST KÄMPFEN ist ein herausragendes Beispiel für den Kampf gegen Krebs. Ich habe vor auch dazu einen separaten Post zu machen, da ich zuletzt einiges über dessen Kampagnen zusammen mit SV Darmstadt 98 gelesen habe. Johnny steht wie kaum ein anderer für das Zusammenspiel von Sport, Leidenschaft und einem enormen persönlichen Engagement für andere in einer so schwierigen persönlichen Lebenssituation, sodass ich sehr froh bin, dass dies auch im Rahmen des Deutschen Fundraising Kongresses gewürdigt wurde. 

Am Freitag hat mir am besten der Beitrag von Dr. Martin Kasper gefallen, der Stifter von childaid network, einer Stiftung aus Königstein. Dieser hat sehr authentisch davon berichtet, was seine Stiftung mit viel ehrenamtlichen Engagement, einer klaren Vision und kontinuierlicher Arbeit innerhalb kürzester Zeit bereits erreicht hat. Daran können sich andere Organisationen ein Beispiel nehmen. Übrigens, Dr. Martin Kasper war auch einer der Gesprächspartner von Maik Meid, der in diesem Jahr mit dem Fundraising Radio live vom Deutschen Fundraising Kongress berichtet hat. Die einzelnen Folgen können als Podcast auch jetzt im Nachhinein noch angehört werden. Das lohnt sich auf jeden Fall.

Die Abschluss-Keynote von Daniel Röder, dem Initiator von Pulse of Europe, war ein gelungener Aufruf gemeinsam für Europa einzustehen und hat ja zumindest in Frankreich am Sonntag schon einmal Wirkung gezeigt.

Das soll es jetzt zunächst einmal mit dem kurzem allgemeinen Recap gewesen sein.

Ich freue mich auch in den nächsten Beiträgen immer wieder auf den #dfk17 Bezug nehmen zu können.

Wie sieht es mit Euch aus? War von Euch auch jemand auf dem #dfk17 und wenn ja, was hat Euch am meisten gefallen?

Viele Grüße
Maria

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