Freitag, 27. Juni 2014

MovingTwice

Guten Abend,

und wieder bin ich bei meiner Recherche für die Masterarbeit auf eine sehr gute und wirklich kreative Idee des Fundraisings gestoßen. Heute war ein interessanter Artikel zum Thema Spenden in der FAZ.
http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/spenden-fuer-wohltaetige-zwecke-mit-apps-wie-moving-twice-12981717.html

Wer von euch kennt MovingTwice?

Es handelt sich dabei im Prinzip um eine Jogging-App, sprich sie zeichnet auf wie viel Kilometer man gelaufen ist. An sich noch wie jede andere Lauf-App. Das Besondere daran ist allerdings, dass für jeden gelaufen Kilometer zehn Cent an ein Hilfsprojekt, z.B. an Plant-for-the-planet gespendet werden. So kann jeder mithelfen, die Welt ein Stückchen besser zu machen, ohne dafür selbst ans eigene Geld gehen zu müssen.

Und ganz ehrlich - steigert das dann nicht auch die eigene Motivation, doch noch die eine 400m Runde zu laufen, wenn dadurch das eigene Lieblingsprojekt noch ein bisschen mehr gefördert wird?

Ich werde es morgen gleich mal ausprobieren und berichte dann von der Benutzerfreundlichkeit der App, sieht aber auf den ersten Blick sehr gut aus.

Die Website ist leider noch recht spärlich an Infos, aber dafür sehr schön und animierend aufgebaut mit Video- und Bildbotschaften. http://movingtwice.com/de/

Finanziert wird das Projekt scheinbar über Sponsoren, wie z.B. comdirect, Bahlsen, TravelWorks u.a.

Vielleicht kommen ja in der Zukunft noch mehr Sponsoren, mehr Läufer und mehr Projekte dazu.

Ich werde das Ganze auf jeden Fall mitmachen, beobachten und darüber berichten.

Wer ist noch dabei beim "Laufen für die gute Sache"?

Euch noch einen schönen Abend

Viele Grüße
Maria

Dienstag, 24. Juni 2014

Sport für Menschenrechte

Hallo,

gerade heute habe ich überlegt, worüber ich meinen nächsten Post schreiben könnte und folgendes ist mir dann zufällig in die Hände gefallen:

Auf Twitter bin ich auf eine Nachricht von Amnesty International aufmerksam geworden, in der auf eine Kampagne aufmerksam gemacht wurde, die ein exzellentes Beispiel dafür ist, wie man Spenden-Sammeln und Sport verbinden kann.

Das Ganze ist ein groß-angelegtes Projekt und nennt sich "Amnesty in Bewegung".
Ganz genaue Infos findet ihr hier: https://www.amnesty-in-bewegung.de

Das Prinzip ist simpel: jeder kann eigene Sport-Projekte einstellen, z.B. einen Marathon-Lauf oder ein Fußball-Turnier, und in dessen Rahmen für die Menschenrechtsorganisation Spenden sammeln.

Gerade über die Einladung von Freunden und Bekannten und das Sporttreiben in der Gruppe wird eine Gemeinschaft und emotionale Ebene geschaffen, in der man sicherlich mehr bewegen und bewirken kann, als wenn Amnesty International eine allgemeine Mailing-Aktion starten würde. Denn über die Einbindung von Freunden und Bekannten wird eine persönliche Bindung zwischen Projektinitiator und der Zielgruppe geschaffen. In meinen Augen ein sehr kluger Schachzug, der durch die Integration in den Sportkontext gleich nochmals an Emotionalität gewinnt. Denn Sport erfährt an sich schon eine hohe soziale Akzeptanz und fördert das Gemeinschaftsgefühl.

Jedes Projekt erhält ein eigenes Spendenbarometer, auf dem man sehen kann, welchen Zielwert die Initiatoren erreichen wollen und wie der aktuelle Stand ist. In der Ewigenliste kann man sehen, dass Beträge von über 23.000 Euro bis hin zu "kleineren" Beträgen im zwei- und dreistelligen Bereich erzielt wurden. Doch insgesamt kommt bei einer Vielzahl kleinere Projekte mit geringeren Spenden eben doch eine große Summe zusammen, die dann wiederum den Zwecken der Organisation zu Gute kommt.

Was haltet Ihr von der Kampagne? Und viel wichtiger, würdet Ihr euer Projekt dort einstellen, um Spenden zu sammeln? Wenn ja, interessiert mich natürlich auch, was für Projekte euch einfallen, ich bin gespannt auf kreative Ideen :)

Viele Grüße
Maria



Donnerstag, 5. Juni 2014

Protest gegen FIFA - Solidar Suisse

Hallo,

wie auf Twitter schon angedeutet, möchte ich heute über eine Kampagne schreiben, die direkt mit der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien zusammenhängt. Solche Themen interessieren mich natürlich aufgrund meines Sportmanagement-Hintergrunds am meisten und sollen ja auch den Großteil der Beiträge im Blog darstellen.

Es handelt sich dabei um die Organisation "Solidar Suisse", die sich für gerechte Bedingungen in Schwellen- und Entwicklungsländern einsetzt und dabei durch verschiedene Kampagnen auf Missstände hindeutet.

Hier der Link zur Kampagne: http://action.solidar.ch/de

Zuerst aufmerksam geworden auf die Aktion bin ich mal wieder bei den News vom Fundraiser Magazin unter folgendem Link:
http://www.fundraiser-magazin.de/index.php/branche-archiv/fairness-bei-der-fussball-weltmeisterschaft.html

Zunächst möchte ich kurz über die Kampagne von Solidar Suisse sprechen und währenddessen immer wieder meine Meinung zu einzelnen Punkten einbringen.

Als allererstes gab es ein Protestvideo auf dem verschiedenste schlimme Fouls der vergangenen Jahre gezeigt wurden. Fazit des Films ist, dass Blatter als FIFA-Präsident das schlimmste Foul 2014 begeht, in dem verschiedene Gruppen von Menschen in Brasilien eben nicht von der WM profitieren, sondern darunter leiden. Als Hauptbeispiel werden hier die StraßenhändlerInnen herangezogen, die ihre Ware im Umkreis des Stadions nicht verkaufen können, weil dort nur Stände bzw. Produkte der Sponsoren erlaubt sind. Daraufhin hat Solidar Suisse dazu aufgerufen, eine Protestmail an Blatter zu schreiben bzw. eine Protestmeldung in den sozialen Netzwerken zu teilen.

Grundsätzlich finde ich die Kampagne sehr mutig, kreativ und richtig! Das soll hier an aller erster Stelle klar sein. Allerdings wirkt es für mich als Sportmanagerin an der ein oder anderen Seite auch etwas einseitig und leicht polemisch. Unumstritten geschieht - auch und hauptsächlich aufgrund der Verträge der FIFA - großes Leid für Teile der Bevölkerung und darauf muss man im Rahmen einer Großveranstaltung aufmerksam machen. Was das angeht, bin ich vollkommen für die Aktion von Solidar Suisse und finde die Umsetzung klasse. Deshalb freut es mich auch, dass nach fast 14.000 Protestmails eine Stellungnahme der FIFA kam und diese wohl 3000 StraßenhändlerInnen ebenfalls erlauben will, Ware an Fans zu verkaufen. Was ich hier schade finde, dass Solidar Suisse auf diese Stellungnahme in den News zwar eingeht (http://action.solidar.ch/de/news), aber die Bemühungen und das Reagieren der FIFA nur am Rande würdigt, sondern in erster Linie jetzt noch mehr Maßnahmen fordert und einen erneuten Shitstorm startet. Sicherlich handelt es sich bei der Reaktion nur um einen Tropfen auf den heißen Stein, allerdings bin ich grundsätzlich auch der Meinung, dass man nicht nur "gegen" etwas sein kann, sondern dass es nach dem anfänglichen Protest, auf dem die Kampagne basiert, jetzt in ein Miteinander übergehen sollte. Solidar Suisse kann stolz auf das Geleistete sein, nun heißt es in meinen Augen "ab an einen Tisch" und schnell und effektiv Lösungen finden. Natürlich beziehen sich all meine Aussagen hier nur auf die Artikel, die ich auf der Website finden konnte, was sich im Hintergrund bei Solidar Suisse und bei der FIFA abspielt, darüber kann ich natürlich nicht berichten. Als Sportmanagerin verstehe ich beide Sichtweisen: die FIFA sorgt nicht nur für die Sperrzonen, um lokale Straßenhändler auszuschließen, sondern hauptsächlich geht es bei diesen Bereichen auch um Sicherheit. Deshalb besteht hier auch Akkreditierungspflicht bzw. können ab einen gewissen Bereichs nur Fans mit Ticket weiter. Nun ist es sicherlich schwierig, allen StraßenhändlerInnen (genannt wurden 100.000) eine Akkreditierung für den Sicherheitsbereich auszustellen. Ein weiterer Aspekt ist, dass die Sponsoren letztendlich diejenigen sind, die einen Großteil der Finanzierung bereitstellen - für jeglicher FIFA-Aktionen. Die FIFA ist sich meiner Meinung nach ihrer sozialen Aufgabe bewusst und versucht dies auch immer wieder durch diverse Aktionen zu zeigen. Ein nicht unwesentlicher finanzieller Teil wird von der FIFA für soziale Projekte zur Verfügung gestellt - und dieses Geld kommt nun einfach auch einmal aus den hohen Summen, die die Exklusivsponsoren für Weltmeisterschaften etc bezahlen. Ich hoffe doch, dass fast allen die "SayNoToRacism" Kampagnen bekannt sind. Das dies leider aufgrund vieler nicht zu tolerierender Vorkommnisse wie z.B. der Korruptionsvorwürfe nicht immer als erstes mit der FIFA in Verbindung gebracht wird, dafür ist der Verband meiner Meinung nach auch ein Stück selbst schuld. Deshalb ist es logisch und nachvollziehbar, dass Aktionen wie Solidar Suisse gegen den Verband und seinen Präsidenten gerichtet sind.

Was mir persönlich sehr gut bei der kompletten Kampagne gefällt, ist die Verknüpfung des Sports mit den sozialen Themen. So zum Beispiel auch die sogenannte "Torspende", bei der man eine Mannschaft auswählen kann und wann immer diese Mannschaft bei der WM ein Tor schießt, einen bestimmten Betrag für die Zwecke der Organisation spendet (http://action.solidar.ch/de/torspende).

Was mir wie gesagt etwas fehlt, ist das Zeichen, das man gemeinsam Lösungen finden will. Solidar Suisse fordert viel und auch viel Richtiges, aber haben die Verantwortlichen aller Seiten bereits an einen Tisch gesessen und darüber gesprochen, wie man für die Straßenhändler, die keine Akkreditierung bekommen und die ihre eigenen Waren (und nicht lizenzierte Produkte) verkaufen wollen, einen Standort findet? Dies soll keinesfalls eine Verteidigung für die FIFA sein, ganz im Gegenteil, ich bin von der Richtigkeit der Kampagne überzeugt und finde die Idee sehr gut. Allerdings gibt es wie immer und überall zwei Parteien, deren Meinungen beide gehört werden sollten und die einen Kompromiss finden müssen.

Ich meinerseits hoffe auf eine spannende, faire WM und ein herausragendes Fußballfest - nicht nur für die Spieler, sondern für alle: Fans weltweit, die brasilianische Bevölkerung sowie die FIFA und die Sponsoren, damit auch in Zukunft solche Sportereignisse möglich sind und tolle Begegnungen, Erlebnisse und Geschichten entstehen. Vielleicht findet sich ja auch noch ein positiver Ausgang für die Mehrheit der StraßenhändlerInnen - und nicht nur für 3.000 von ihnen.

Was haltet ihr von der Kampagne? Ich bin gespannt...

Viele Grüße
Maria




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